Chronik Kloster Muri: Unterschied zwischen den Versionen

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* 1977 950 Jahr Kloster Muri. Am 27. und 28. August 1977 fand in Muri ein [https://www.muri-gries.ch/mediawiki/index.php/Datei:Klosterfest_1977.jpg Klosterfest] statt.
 
* 1977 950 Jahr Kloster Muri. Am 27. und 28. August 1977 fand in Muri ein [https://www.muri-gries.ch/mediawiki/index.php/Datei:Klosterfest_1977.jpg Klosterfest] statt.
 
* 1992 Kulturpreis der Federerstiftung an den Benediktinerkonvent von Muri-Gries in Sarnen
 
* 1992 Kulturpreis der Federerstiftung an den Benediktinerkonvent von Muri-Gries in Sarnen
* 2011 Gründung der [http://www.geschichte.kloster-muri.ch/ Stiftung Geschichte Kloster Muri]: Das Hauptziel des Projekts ist die Publikation einer umfassenden Geschichte des Klosters zum tausendjährigen Jubiläum. Zu diesem Zweck wurden mehrere Grundlagenprojekte und Forschungsvorhaben lanciert.
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* 2011 Gründung der [http://www.geschichte.kloster-muri.ch/ Stiftung Geschichte Kloster Muri]: Das Hauptziel des Projekts ist die Publikation einer umfassenden Geschichte des Klosters zum tausendjährigen Jubiläum. Zu diesem Zweck wurden mehrere Grundlagenprojekte und Forschungsvorhaben lanciert. Es wird mit [https://www.aargauerzeitung.ch/aargau/kanton-aargau/kloster-muri-wird-erforscht-regierung-bewilligt-beitrag-von-27-millionen-franken-126888497 Kosten von CHF 5,6 Mio.] gerechnet.
 
* 2014 950. Weihetag der Klosterkirche, Vertreter des Konventes Muri-Gries: '''P. Prior [[Beda Szukics]]''', '''P. Dekan [[Benedikt Staubli]]''' und '''P. [[Pius Agreiter]]'''  
 
* 2014 950. Weihetag der Klosterkirche, Vertreter des Konventes Muri-Gries: '''P. Prior [[Beda Szukics]]''', '''P. Dekan [[Benedikt Staubli]]''' und '''P. [[Pius Agreiter]]'''  
 
* 2027 Tausendjähriges Bestehen
 
* 2027 Tausendjähriges Bestehen

Version vom 11. Oktober 2019, 20:30 Uhr

Chronik

  • 1027 Graf Ratbot von Habsburg und seine Gemahlin Ita von Lothringen gründen auf ihrem Eigenbesitz in Muri ein dynastisches Hauskloster.
  • 1032 Benediktinermönche aus Einsiedeln, an ihrer Spitze Reginbold, besiedeln die Gründung und errichten dort eine Schule, die älteste Schule des Aargaus.
  • 1064 11. Oktober, Bischof Rumold von Konstanz weiht die neue 027 Graf Ratbot von Habsburg und seine Gemahlin Ita von Lothringen gründen auf ihrem Eigenbesitz in Muri ein dynastisches Hauskloster neue romanische Kirche mit der noch erhaltenen Krypta . Hauptpatron des Klosters und der Kirche ist St. Martin, der berühmteste Vertreter des Mönchtums im Abendland vor dem heiligen Benedikt.
  • 1065 Durch die erste Abtwahl löst Muri die Bindung an das Mutterkloster und wird selbständige Abtei.
  • 1082 Unter dem Einfluß der gregorianischen Reformbewegung verzichtet Graf Werner von Habsburg auf die Herrschaft über das Kloster und läßt durch Mönche aus St. Blasien die Cluniazener-Bräuche einführen. In diese Jahr weilt auch Abt Wilhelm von Hirsau im Kloster Muri, den Begründer der Hirsauer Reform. Ihr wendet sich auch das Kloster Muri zu.[1]
  • 1082 Um diese Zeit entsteht in Muri auch ein Frauenkloster, das unter der geistlichen Leitung des Männerkonventes steht und um 1140 nach Hermetschwil verlegt wird Bischof Rumold von Konstanz weiht die neue romanische Kirche mit der noch erhaltenen Krypta . Hauptpatron des Klosters und der Kirche ist St. Martin, der berühmteste Vertreter des Mönchtumsim Abendland vor dem heiligen Benedikt.
  • 1085 Graf Werner nimmt die Kastvogtei wieder an sich, aber nicht als Herrschaft, sondern als Schutzvogtei. Erste monastische Blüte der freien Reformabte unter Abt Luitfrid, der später als Seliger verehrt wird.
  • 1120 Mönche aus Muri, an ihrer Spitze der selige Adelhelm, besiedeln das von Konrad von Sellenbüren gestiftete Kloster Engelberg.
  • 1150 Um diese Zeit entsteht die älteste Klostergeschichte von Muri, der die Wissenschaft den Namen «Acta Murensia» gegeben hat. Sie enthält, nebst den Angaben über das innere Leben, eine Genealogie der ältesten Mitglieder des Hauses Habsburg und Angaben über die Alpwirtschaft auf den Besitzungen des Klosters in der Innerschweiz.
  • Um 1150. Im sogenannten Gebetbuch der Königin Agnes (gest. 1364), das in den Besitz des Klosters Muri überging, befindet sich das älteste deutsche Marienlied: Ave vil liethü maris Stella.
  • Um 1200 / 1250 entsteht in Muri das älteste erhaltene deutsche Osterspiel (Fragmente in der Kantonsbibliothek Aarau).[2]
  • 1300 Beim Brand des Klosters gehen fast alle Bücher und Urkunden zugrunde.
  • 1386 Die Eidgenossen brandschatzen das Kloster nach der Schlacht bei Sempach.
  • 1415 Nach der Eroberung des Aargaus übernehmen die eidgenössischen Orte von den Habsburgern die Schutzherrschaft über das Kloster. Muri gehört fortan zum innerschweizerischen Kulturraum.
  • 1507 Der Abt erlangt für sich und seine Nachfolger vom Papst das Recht der Pontifikalien.
  • 1526 Zwei Mönche des Klosters nehmen an der Glaubensdisputation in Baden teil. Abt Laurentius von Heidegg und der Konvent bleiben dem alten Glauben treu.
  • 1531 Die Zürcher verwüsten im 2. Kappeler Krieg das Kloster. Die Äbte Laurentius von Heidegg (+l549 ) und Johann Christoph von Grüth (+ 1564) stellen das Kloster wieder her. Aus dieser Zeit stammt der Kreuzgang mit den Glasgemälden.
  • 1596 Die Wahl des Abtes Johann Jodok Singisen (+ 1644) leitet eine neue Blüteperiode des Klosters ein, die bis zur Aufhebung 1841 dauert.
  • 1602 Die Äbte von St. Gallen, Einsiedeln und Muri gründen die Schweizer Benediktinerkongregation.
  • 1604 Bereinigung der Zehntenmarchen im Grossraum Sursee durch Abt Johann Jodok Singisen mit dem Niklaus Holdermeyer (1547-1613), Propst im Stift St. Michael in Beromünster und Onkel von P. Leodegar Holdermeyer am 9. September. [3]
  • 1607 Die Schweizer Benediktinerkongregation führt den Mitternachtsgottesdienst in seinen Klöstern wieder ein. [4]
  • 1619 Vertragsunterzeichnung mit dem Orgelbauer Thomas Schott im Beisein von Abt Johann Jodok Singisen und Prior Benedikt Lang
  • 1619 Erhalt einer Wappenscheibe vom Stande Obwalden [5]
  • 1622 Muri erlangt die Exemption von der Jurisdiktion des Bischofs von Konstanz .
  • 1634 In diesem Jahre stirbt P. Johann Caspar Winterlin, der letzte bedeutende klösterliche Buchmaler und Kupferstecher der Schweiz.
  • 1647 Durch die Übertragung der Reliquien des römischen Märtyrers Leontius, eines Katakombenheiligen, in die Klosterkirche wird Muri zu einem Wallfahrtsort. Kosten 50 Dukaten.
  • 1656 1. Villmergerkrieg: Unterbringung von Truppen und Gefangenen [6]
  • 1681 Erwerb und Überführung des Katakombenheiligen Benedictus in die Klosterkirche Muri
  • 1694 Abt Plazidus Zurlauben (+ 1723) und der Konvent beschließen den Neubau der Kirche, die zum schönsten barocken Zentralraum der Schweiz wird. Architekt und Baumeister: Giovanni Battista Betini aus dem Tessin.
  • 1697 Einweihung der umgebauten Klosterkirche durch den Nuntius Michael Angelus Conti di Poli, den späteren Papst Innozenz XIII. am 5. Mai
  • 1701 Kaiser Leopold I. erhebt Abt Plazidus Zurlauben und seine Nachfolger in den Reichsfürstenstand. (1810 verzichtet das Kloster stillschweigend auf den Titel.)
  • 1747 Jubeltranslation des Katakombenheiligen Leontius
  • 1757 In diesem Jahre stirbt Fürstabt Fridolin Kopp, neben Augustin Stöcklin (+ 1641 als Fürstabt von Disentis), Abt Dominikus Tschudi (+ 1654), Pater Anselm Weissenbach (+ 1696) und Pater Leodegar Mayer (+ 1754), der bedeutendste Historiograph des Klosters Muri.
  • 1798 Während der Helvetischen Revolution werden alle Klöster vorübergehend aufgehoben.[7]
  • 1803 Die Vermittlungsakte Napoleons stellt die Klöster wieder her. Muri wird ein Teil des neuen Kantons Aargau.
  • 1815 Die Bundes-Akte garantiert in Artikel X II den Bestand der Klöster.[8]
  • 1835 Die radikale Regierung beginnt mit klosterfeindlichen Massnahmen, welche die Aufhebung der Klöster zum Ziele haben: staatliche Bevormundung der Klöster; Verbot der Novizenaufnahme; Unterdrückung der Klosterschulen.[9]
  • 1841 10./11. Januar: Die Verhaftung der Führer der katholischen Opposition im Freiamt verursacht einen Volksaufstand, für den ohne Grund vor allem das Kloster Muri verantwortlich gemacht wird.
  • 1841 13. Januar: der Große Rat beschließt die Aufhebung aller Klöster des Kantons. Der Konvent von Muri muss das Kloster verlassen. Mit der Klosteraufhebung beendet auch Muri als letztes Kloster der Schweizer Benediktinerkongregation die Praxis des mitternächtlichen Gottesdienstes. [10]
  • 1841 16. Oktober: Abt Adalbert Regli (+ 1881) übernimmt durch Vertrag mit der Regierung von Obwalden die Leitung des Kollegiums in Sarnen.
  • 1845 Der Kanton Aargau errichtet für die vertriebenen Mönche einen Pensionsfonds von CHF 800,000.00.[11]
  • 1845 Der Abt übersiedelt mit einem Teil des Konventes in das ehemalige Augustinerstift Gries bei Bozen im Tirol, das ihm der Kaiser von Österreich angeboten hat. Der Konvent von Muri lebt bis heute in Gries und Sarnen weiter.
  • 1849 Erste Mönche aus dem Südtirol legen ihre Profess ab.
  • 1914-1918 Gries: ungenügende Versorgung mit Lebensmitteln, insbesondere Brot
  • 1927 900 Jahr-Feier. Zu diesem Fest schrieb Theodor Wirz ein Festspiel. [12]
  • 1943-1945 Exerzitienhaus von Polizei und Wehrmachtstruppen besetzt
  • 1944 Durchgangslager Bozen an der Reschenstrasse, unweit vom Kloster [1] [2]
  • 1946 Bestattung von Erzbischof Paul Graf Huyn[3] von Prag in der Klostergruft von Gries (2016 Exhumierung und Überführung in seine Heimat)
  • 1977 950 Jahr Kloster Muri. Am 27. und 28. August 1977 fand in Muri ein Klosterfest statt.
  • 1992 Kulturpreis der Federerstiftung an den Benediktinerkonvent von Muri-Gries in Sarnen
  • 2011 Gründung der Stiftung Geschichte Kloster Muri: Das Hauptziel des Projekts ist die Publikation einer umfassenden Geschichte des Klosters zum tausendjährigen Jubiläum. Zu diesem Zweck wurden mehrere Grundlagenprojekte und Forschungsvorhaben lanciert. Es wird mit Kosten von CHF 5,6 Mio. gerechnet.
  • 2014 950. Weihetag der Klosterkirche, Vertreter des Konventes Muri-Gries: P. Prior Beda Szukics, P. Dekan Benedikt Staubli und P. Pius Agreiter
  • 2027 Tausendjähriges Bestehen

Bibliographie

Einzelnachweise

  1. Wollasch, Hans-Josef, Die Anfänge des Klosters St. Georgen im Schwarzwald. Zur Ausbildung der geschichtlichen Eigenart eines Klosters innerhalb der Hirsauer Reform, Forschungen zur oberrheinischen Landesgeschichte Band XIV, Freiburg 1964, 100.
  2. Mittler, Otto, Geschichte der Stadt Baden, Band II Von 1650 bis zur Gegenwart, Aarau 1965, 324-326.
  3. Lütolf, K., Nikolaus Holdermeyer, Propst in Beromünster und seine Zeit, in: Zeitschrift für schweizerische Kirchengeschichte 25 (1931), 18.
  4. Müller, Iso, Der Mitternachtsgottesdienst in den schweizerischen Benediktinerklöstern des 17. Jahrhunderts, in: Zeitschrift für schweizerische Kirchengeschichte 38 (1944), 48.
  5. Küchler, Fensterschenkungen des Standes Obwalden an öffentliche Gebäude in den Jahren 1573-1686, in: Anzeiger für schweizerische Alterthumskunde 5 (1884-1887) 17-4, 93.
  6. Rothlin, E., Der 1. Villmergerkirge 1656, in: Unsere Heimat. Jahresschrift der Historischen Gesellschaft Freiamt 30 (1956), 26; 35.
  7. Lang, Odo, Die Säkularisation und die Schweizer Benediktiner, in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige, Band 115, St. Ottilien 2004, 385-394.
  8. Lang, Odo, Die Säkularisation und die Schweizer Benediktiner, in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige, Band 115, St. Ottilien 2004, 394-401.
  9. Lang, Odo, Die Säkularisation und die Schweizer Benediktiner, in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige, Band 115, St. Ottilien 2004, 402-409.
  10. Müller, Iso, Der Mitternachtsgottesdienst in den schweizerischen Benediktinerklöstern des 17. Jahrhunderts, in: Zeitschrift für schweizerische Kirchengeschichte 38 (1944), 67.
  11. Bölsterli, Franz, Die rechtliche Stellung der Klöster und Kongregationen in der Schweiz, Einsiedeln-Waldshut-Köln 1913, 59.
  12. Wirz, Theodor, Die Gründung des Stiftes Muri. Festspiel in drei Aufzügen zur Neunten Jahrhundertfeier des Stitungstages, Sarnen 1927.