Kolumban Müller

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P. Kolumban Müller

Kolumban (Pius August Benedikt) Müller (* 2. November 1870 von Schmerikon; † 4. Januar 1946 in Gries)

Lebensdaten

Gymnasium Kollegium Sarnen

Profess: 24. September 1890

Priesterweihe: 17. Juni 1894

Goldenes Priesterjubiläum: 18. Juni 1944 in der Stiftskirche zu Gries [1]

Ämter

Lektor in Gries: 1894–?

Kapellmeister in Gries: 1894–1946 [2]

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Eltern: Benedikt Müller und Maria Johanna Theresia Popp, Schmerikon.

Lebensbeschreibung

P. Kolumban besuchte das Gymnasium in Sarnen und absolvierte 1891/92 den Philosophiekurs in Gries. 1890 legte er Profess ab und wurde 1894 zum Priester geweiht. Im Herbst 1894 wurde er Lektor, Kapellmeister und zugleich Musiklehrer im Pädagogium in Gries. Er war ein vorzüglicher Organist und war bei der Erstellung der neuen Orgel in der Stiftskirche sowie auch derjenigen in der Konviktskapelle mitbeteiligt. P. Kolumban hatte im Stift Emmaus bei Prag Kurse für Choralgesang und Orgel besucht und kehrte mit einem Diplom nach Hause zurück. Für einige Zeit übernahm er an der staatlichen Lehrerbildungsanstalt den Musik- und Gesangsunterricht. Nach Auflösung des Pädagogiums im Stift blieb P. Kolumban Lehrer der landwirtschaftlichen und später der Organistenschule,[3] bis auch diese Schulen eingestellt wurden. Die landwirtschaftliche Schule wurde 1926 aufgegeben, die Organistenschule 1928 zugleich mit dem Konvikt. Das Konviktsgebäude wurde zu einem Exerzitienheim für die Diözese umfunktioniert. P. Kolumban engagierte sich auch für den Kirchenchor in Jenesien. [4] Zu seinen Schülern gehörte u.a. Karl Vigl, Bozen.[1]

Danach war P. Kolumban neben seiner ausgedehnten musikalischen Tätigkeit auch Lektor für die Novizen. Vielfach wurde er als Sachverständiger für Orgelkollaudationen und vor allem bei Orgelreparaturen beigezogen. Er betätigte sich zudem als Orgelbauer, so im Betchor des Stiftes, wo er eine neue Orgel nach eigenem System aufstellte. 1932 kam die Errichtung der neuen Orgel in den neuen Chorstühlen im Presbyterium der Stiftskirche hinzu.

P. Kolumban war ein Allerweltskünstler, Mechaniker, Chemiker, Physiker und Nothelfer in allen Anliegen. Seine Zelle glich einer Werkstatt oder einem chemischen und physikalischen Laboratorium. Er war auch die moralische Unterstützung des Elektrizitätswerkes des Stiftes. P. Kolumban starb unerwartet nach eineinhalb Tage dauernder Krankheit an angina pectoris.[5]

Bibliographie

Einzelnachweise

  1. Simmerle, Hans, Kirchenchöre Südtirols. Notizen, Berichte und Geschichten aus 125 Jahren, Bozen 1998, 128.
  2. Simmerle, Hans, Kirchenchöre Südtirols. Notizen, Berichte und Geschichten aus 125 Jahren, Bozen 1998, 126-129.
  3. Simmerle, Hans, Kirchenchöre Südtirols. Notizen, Berichte und Geschichten aus 125 Jahren, Bozen 1998, 62-63.
  4. Simmerle, Hans, Kirchenchöre Südtirols. Notizen, Berichte und Geschichten aus 125 Jahren, Bozen 1998, 329.
  5. Unterlagen Professbuch P. Adelhelm Rast und Abt Dominikus Bucher im StiAMG Sarnen.
  6. Simmerle, Hans, Kirchenchöre Südtirols. Notizen, Berichte und Geschichten aus 125 Jahren, Bozen 1998, 46-47.