Bernard Kälin

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Abt Bernard Kälin (Foto: Peter Daldos)
Abt Bernard Kälin
Abt Bernard Kälin
Abt Bernard Kälin
Heiliger Bernhard (1946) von Albert Hinter

Bernard (Martin) Kälin [1] [2] [3] (* 21. März 1887 von Einsiedeln; † 20. Oktober 1962 in Muri), Dr. phil.

Lebensdaten

Gymnasium an der Stiftsschule Einsiedeln

Profess: 5. Oktober 1909

Philosophie- und Theologiestudium an der Hausschule Gries: 1909-1912

Priesterweihe: 18. Oktober 1912

Primiz: Datum (Ort)

Wahl zum Abt: 10. August 1945

Abtbenediktion: 13. August 1945

Austritt: 16. September 1947 (Wahl zum Abtprimas der Benediktiner)

Goldene Profess: 5. Oktober 1959 in der Stiftskirche von Gries

Ämter

Lehrer in Sarnen: 1918–1945

Bibliothekar: 19?–1927

Präfekt des Lyzeums: 1920–1929

Sektionsgötti der Subsilvania: 1920–1945

Rektor: 1929–1945

Protektor des Amethyst: 1939–1945

erster Redaktor der Sarner Kollegi Chronik

Abt: 1945–1947 [1]

Bischöflicher Kommissar für das Benediktinerinnenkloster Säben 1945-1947

Abtprimas: 1947-1959, als solcher Abt der Primatialabtei Sant’Anselmo in Rom und des Großkanzler des Päpstlichen Athenäums Sant’Anselmo

Spiritual bei den Bonitas-Dei-Schwestern, Eppishausen: 1962

Funktionen ausserhalb des Klosters

  • Gründungsmitglied und erster Präfekt der marianischen Priestersodalität am Salesianum in Fribourg: 1917
  • Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gymnsaiallehrer
  • Präsident der katholischen Rektorenkonferenz: 1943-1945

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Eltern: Josef Maria Kälin, Holzhändler und Bezirksamtmann in Einsiedeln, und Anna Kälin-Schön von Menzingen.

Geschwister:

  • Anna Wey-Kälin, Luzern (+ 1966)

Lebensbeschreibung

Abt Bernard Kälin verbrachte seine Schulzeit bis zur Maturität in Einsiedeln. 1909 legte er im Kloster Muri-Gries Profess ab. Theologie studierte er in Gries. Am 6.10.1912 wurde er zum Subdiakon geweiht, am 13.10.1912 zum Diakon und am 18.10.1912 zum Priester. Als Konventuale wurde er für das Lehramt bestimmt und begann im Herbst 1912 das Studium der Philosophie und Geschichte in Fribourg. Wiederholt musste Abt Bernard seine Studien unterbrechen, da Aushilfe in Sarnen benötigt wurde. Dennoch schloss er am 13.3.1918 mit einem hervorragenden Doktoratsexamen an der Universität ab. Er dissertierte zum Thema: "Die Erkenntnislehre des heiligen Augustin". Neben seiner Schultätigkeit war P. Bernard in Sarnen zugleich auch Bibliothekar. Ausserdem war er von 1920 bis 1929 Präfekt des Lyzeums und von 1929 bis 1945 Rektor des Kollegiums Sarnen. 1938 gründete er die Zeitschrift für die ehemaligen Schüler, die "Sarner Kollegi-Chronik". 1943 wurde er zum Präsidenten der Schweizerischen Rektorenkonferenz gewählt. Am 10.8.1945 erfolgte die Wahl zum Abt von Muri und bereits am 13.8. darauf die Benediktion. Anlässlich der dritten Zentenarfeier der Translation der Gebeine des Heiligen Leontius in der Klosterkirche von Muri hielt er als erster Abt nach der Klosteraufhebung daselbst ein Pontifikalamt unter Teilnahme des Bischofs Franziskus von Streng und einiger Konventualen von Muri-Gries.[2] Am 16.9.1947 wurde er zum Abtprimas der Benediktiner gewählt. Gleichzeitig resignierte er als Abt von Muri am 21.10.1947. Neben seiner Schultätigkeit und seinen Ämtern fand Abt Bernard trotzdem Zeit für eine rege Publikationstätigkeit. Zu den Höhepunkten seiner Amtszeit als Abtprimas gehörte der Umbau der Kirche von St. Anselmo. Auch war sein Name mit der Lex propria von 1952 verbunden. 1956 wurde er zum Ehrenmitglied der Pontificia Academia Theologica Romana ernannt. 1959 verzichtete er auf eine Wiederwahl und zog sich nach Sarnen zurück. Im gleichen Jahr wurde ihm von der Bürgergemeinde Sarnen das Ehrenbürgerrecht und 1960 von der Landsgemeinde Obwalden das Landrecht verliehen. Ebenfalls 1960 wurde ihm der Titel eines Gründers vom Konvent des 1950 in Elmira (USA) gegründeten Priorates Mons Salvatoris zugesprochen. Abt Primas Bernard Kälin wendete sich in seinen späteren Jahren der Bewegung Moralische Aufrüstung zu. 1960 hielt er eine Rede in Caux, die grosse Aufmerksamkeit erhielt.[3] Per 1.Oktober 1962 übernahm er das Amt eines Spirituals bei den Bonitas-Dei-Schwestern, die im ehemals dem Kloster Muri gehörenden Schloss Eppishausen leben. Durch seine Kontakte zum Salesianum in Fribourg lernte er den langjährigen Spiritual, Msgr. Karl Boxler kennen, der 1960 die Bonitas-Dei-Kongregation im Schloss der ehemaligen Murianer Klosterherrschaft Eppishausen gründete. Er gewann Abtprimas Bernard Kälin, sich 1962 kurz vor seinem Ableben dessen Gründung in Eppishausen als Spiritual zur Verfügung zu stellen. Nur drei Wochen später starb er im Benediktinerhospiz von Muri an einem Schlaganfall und wurde auf dem Friedhof des Kollegiums in Sarnen begraben.[4]

Wappen

Wappen von Bernard Kälin
Blasonierung: „In Rot auf grünem Dreiberg ein silbernes Kehleisen, begleitet von drei (1:2) sechsstrahligen, goldenen Sternen. Über dem Schild eine silberne Mitra mit goldener Verzierung.“[5]

Auszeichnungen

  • 1946 Geschenk einer Scheibe von der Maturaklasse 1921, Werk von Albert Hinter, Engelberg
  • 1954 Recht zum Gebrauch des Piloleum violacaeum von Papst Pius XII.
  • 1956 Ehrenmitglied der Päpstlichen Akademie für Theologie
  • 1956 P. Rudolf Henggeler (1890-1971), OSB, Konventuale im Benediktinerkloster Einsiedeln widmet den vierten Band seines Monasticon-Benedictinum Helvetiae Abtprimas Bernard Kälin zum siebzigsten Geburtstag. (Henggeler, Rudolf, Professbücher der Benediktinerabteien St. Martin in Disentis, St. Vinzenz in Beinwil und Unserer Liebe Frau von Mariastein, St. Leodegar und St. Mauritius im Hof zu Luzern, Allerheiligen in Schaffhausen, St. Georg zu Stein am Rhein, Sta. Maria zu Wagenhausen, Hl. Kreuz und St. Johannes Ev. zu Trub, St. Johann im Thurtal, Monasticon-Benedictinum Helvetiae IV. Band, Zug 1956.)[6]
  • 1960 Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Sarnen
  • 1960 Ehrenbürgerrecht des Kantons Obwalden

Werke

Rezensionen

Die Rezensionen von Abtpräses Bernard Kälin resp. die zu seinen Werken geschriebenen Rezensionen finden sich unter Rezensionen Abtpräses Bernard Kälin.

Bibliographie

  • Urs Amacher: Der Katakombenheilige Leontius von Muri – Wundertäter und Patron des Freiamts (= Murensia. Band 7). Zürich 2019.
  • Baur, Benedikt, Der Äbtekongress und die Primaswahl, in: Erbe und Auftrag 22 (1947), 392-397.
  • Berz, August (Hg.), 50 Jahre Salesianum Freiburg 1907-1957. Gedenkschrift, Fribourg 1957.
  • Birnbacher, Korbinian, Ist eine "monastische Kongregation" benediktinisch?, in: Alt & Jung Metten. Zeitschrift für Altmettener und Freunde der Abtei Metten 88 (2021/2022) 1, 5-12.
  • Pirmin Blättler: † Abtprimas Dr. Bernhard Kälin, OSB, (1887-1962). In: 99. Jahresbericht 1962/63 Kantonsschule Obwalden, Kollegium Sarnen. Sarnen 1963, S. 105–111.
  • Blättler, Pirmin,Abt Primas Dr. Bernardus Kälin, in: Sarner Kollegi Chronik 24.4, 1962, 98-105, sowie in: SAHA Sarner Handelsschüler. Zeitschrift der ehemaligen Sarner Handelsschüler 21 (1963) 1, 8-12
  • Blättler, Pirmin, † Abtprimas Dr. Bernardus Kälin OSB, in: Obwaldner Volksfreund vom 23. Oktober 1962, Nr. 85, 2.
  • Blättler, Pirmin, Der neue Stiftsabt S. Gnaden Dr. Bernardus Kälin, in: Sarner Kollegi Chronik 8 (1946) 1, 1-4.
  • Blättler, Pirmin, Seine Gnaden Dr. Bernardus Kälin in Rom zum Abt-Primas gewählt, in: Obwaldner Volksfreund vom 20. September 1947, Nr. 75, 3.
  • Boxler, Karl, Das Kollegium Sarnen und die Universität Freiburg, in: Sarner Kollegi Chronik 3 (1941) 4, 105-110.
  • Beat Egli: † Abt Primas Bernard Kälin OSB. In: Erbe und Auftrag. Band 38, 1962, S. 511–512 (Überarbeitung des Nekrologes von P. Pirmin Blättler).
  • Leo Ettlin: Das Benediktinerkollegium Sarnen – Skizzen einer Schulgeschichte. In: Sarner Kollegi Chronik. Band 42, 1980, S. 79–100.
  • Leo Ettlin: Bernard Kälin. In: Historisches Lexikon der Schweiz. (hls-dhs-dss.ch [abgerufen am 16. August 2021]).
  • fl, Die Innerschweiz in der ideologischen Offensive, in: Die Ostschweiz vom 13. Oktober 1960 Nr. 478.
  • Helvetia Sacra, III I, S. 950f.
  • Rudolf Henggeler: Professbuch der fürstlichen Benediktinerabtei U. L. F. zu Einsiedeln (= Monasticon-Benedictinum Helvetiae. Band III). Zug 1933.
  • Lean, Garth, Der vergessene Faktor. Vom Leben und Wirken Frank Buchmans, Moers 1991.
  • Löpfe Dominikus, Zum Tode Sr. Gn. Dr. Bernhard Kälin, resig. Abtprimas der Benediktiner, in: Schweizerische Kirchenzeitung SKZ (1962) Nr. 46, 540-541.
  • Müller, Robert, Eine Abtwahl nach dem Kriegsende 1945. Reisebericht zur Abtwahl von Dr. P. Bernard Kälin OSB, in: Sarner Handelsschüler. Zeitschrift der ehemaligen Sarner Handelsschüler 21 (1963) 1.
  • Müller, Robert, Prolog zur Feier der Jubelprofess Sr. Gnaden Abt Primas Dr. P. Bernhard Kälin OSB, in: Sarner Kollegi Chronik 21 (1959) 4.
  • Österle, Gerhard, Erinnerungen an den verstorbenen Abt Primas Dr. Bernard Kälin, in: Erbe und Auftrag 39 (1963), 63-67.
  • Pn., Seine Gnaden Abt Primas Bernardus Kälin OSB. 70 Jahre vollendet, in: Obwaldner Volksfreund vom 20. März 1957, Nr. 23, 1.
  • Reetz, Benedikt, Äbtekongress und Primaswahl in Rom, in: Erbe und Auftrag 35 (1959), 484-488.
  • Roder, Martina, Ein Benediktinerabt im Dienste seines Ordens. Bernard Kälins Wirken als Rektor, Abt und Abtprimas 1941–1962 (Murensia 5), Chronos: Zürich 2017.
  • Rüttimann, Josef, Rezension Kälin, Bernard: Lehrbuch der Philosophie. II. Band. Einführung in die Ethik, 2. Aufl., umgearbeitet von Dr. P. Raphael Fäh, OSB, Selbstverlag Benediktinerkollegium Sarnen 1954, in: Schweizerische Kirchenzeitung. Fachzeitschrift für Theologie und Seelsorge 123 (1955) 6, 69-70.
  • Schenker, Alois, Se. Gn. Dr. phil. P. Bernhard Kälin OSB. Abt von Muri-Gries, in: Schweizerische Kirchenzeitung SKZ (1945) Nr. 34, 337.
  • Strebel, Jakob, Festansprache anlässlich des Goldenen Professjubiläums von Abtprimas Bernard Kälin, in: Sarner Kollegi Chronik 21 (1959) 4, 93-96.
  • Ambros Trafojer: Das Kloster Gries (Bozen) – Vom Chorherrenstift in der Au und in der Burg zum Benediktinerkloster Muri-Gries. 2. neu bearbeitete Auflage. Bozen 1982.
  • von Ernst, Viktor, Se. Gn. Bernardus Kälin. Abtprimas der Benediktiner, in: Schweizerische Kirchenzeitung SKZ (1947) Nr. 39, 457.
  • Niklaus von Flüe: Die Benediktiner des Klosters Muri-Gries am Obwaldner Kollegium in Sarnen. In: Obwaldner Geschichtsblätter. Band 23. Sarnen 2003, S. 193–212.
  • Schweiz. Kirchenztg. 130 (1962), 540f.
  • Villiger, Johann Baptist, Abt Primas Bernhad Kälin siebzigjährig, in: Schweizerische Kirchenzeitung SKZ 125 (1957) 12, 148.
  • Villiger, Johann Baptist, Beerdigungsfeier für alt Abtprimas Bernhard Kälin, in: Schweizerische Kirchenzeitung SKZ (1962) Nr. 44, 517.
  • Villiger, Johann Baptist, Beerdigungsfeier für Prälat Josef Meier, in: Schweizerische Kirchenzeitung SKZ (1960) Nr. 20, 257.
  • Andenken an die Goldene Profess
  • Jahresbericht des Kollegiums Sarnen, 1963, S. 105-111.
  • Bernard Kälin in Wikipedia.
  • Nachlass Abt Bernard Kälin, StiAMG Sarnen N.786.
  • Professbuch: Nr. 786.

Einzelnachweise

  1. Ambros Trafojer: Das Kloster Gries (Bozen) – Vom Chorherrenstift in der Au und in der Burg zum Benediktinerkloster Muri-Gries. 2. neu bearbeitete Auflage. Bozen 1982, S. 142–143.
  2. Urs Amacher: Der Katakombenheilige Leontius von Muri – Wundertäter und Patron des Freiamts (= Murensia. Band 7). Zürich 2019, S. 58–59.
  3. Lean, Garth, Der vergessene Faktor. Vom Leben und Wirken Frank Buchmans, Moers 1991, 438.
  4. Unterlagen Professbuch P. Adelhelm Rast und P. Dominikus Bucher im StiAMG Sarnen
  5. Porträt in Sarnen
  6. Rudolf Henggeler: Professbuch der fürstlichen Benediktinerabtei U. L. F. zu Einsiedeln (= Monasticon-Benedictinum Helvetiae. Band III). Zug 1933, S. 627–628.


Vorgänger Amt Nachfolger
Dominikus Bucher Abt
1945–1947
Stephanus Kauf
Beda Kaufmann Rektor
1929–1945
Bonaventura Thommen