Luitfried Egloff

Aus Muri
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Luitfried (Ludwig) Egloff (* 27. Juli 1654 von Baden; † 11. April 1722 in Muri)

Lebensbeschreibung

P. Luitfried legte 1674 im Kloster Muri Profess ab. Die Priesterweihe folgte 1678. Es gibt Indizien dafür, dass er sein Studium in Dillingen absolviert hat. 1680 übernahm er das Amt des Bibliothekars, danach wurde er Singmeister[1]. 1689 bis 1696 war er Pfarrer in Homburg. Am 20. Dezember 1696 wurde er zum Pfarrer von Bünzen ernannt,[2] am 17. Februar 1701 zum Pfarrer von Boswil. Damit war er der erste Konventuale nach einer langen Reihe von Weltgeistlichen.[3]

Am 10. Mai 1706 erfolgte seine Ernennung zum Dekan.[4] In dieser Funktion beteiligte er sich am 1. Mai 1713, zusammen mit Fürstabt Plazidus Zurlauben, an der Einsetzung der Herz-Jesu-Bruderschaft im Frauenkloster Maria Opferung in Zug. In der Mitgliederliste steht an erster Stelle der Fürstabt, an zweiter Stelle P. Luitfried Egloff. Am gleichen Tag liessen sich noch einige hundert andere eintragen.[5] Ausserdem war P. Luitfried als Dekan aktiv beteiligt an den Käufen der Deutschen Herrschaften. 1715 erlitt er einen Schlaganfall[6] und starb 1722. Er soll ein ausgezeichneter Prediger gewesen sein und all seine Ämter eifrig und gewissenhaft geführt haben.

Lebensdaten

Profess: 8. Dezember 1674

Dillingen: Studium der Theologie und Philosophie

Priesterweihe: 24. September 1678

Ämter

Bibliothekar: 1680–1685

Kapellmeister: 1683–1685

Magister Scholarum an der Klosterschule Muri: 1685–1689?

Pfarrer in Homburg: 1689–1696[7]

Pfarrer in Bünzen: 1696–1701

Pfarrer in Boswil: 1701–1706

Dekan: 1706–1717

Verwandtschaft

Eltern

  • Johann Ludwig Egloff (* 1604; † 1671) [1], Besitzer des Gasthauses Staadhof, Amtmann des Badener Liebfrauenstifts, Schulherr und Mitglied des inneren Rates, und der Margaretha Brunner (* 1615; † 1685).

Geschwister

  • Franz Carl Egloff (* 8. Februar 1645 in Baden AG; † 28. Februar 1725 ebenda) Besitzer des Gasthauses Staadhof, Ratsherr, Stadthauptmann und Untervogt, verheiratet mit Anna Katharina Schnorf [2]
    • Johann Ludwig (* 1672; † 1756), Schultheiss von Baden
    • Franz Carl Anton Egloff (* 1. April 1679 in Baden; † 28. Juni 1741 in Innsbruck) [3], Arzt, Professor und Rektor an der Universität Innsbruck, verheiratet mit Maria Anna Grass von Grassegg (1676–1758)
      • Franz Caspar Benedikt Egloff (* 8. Januar 1715 in Innsbruck; † 1797 in Innsbruck-Wilten), Arzt und Professor an der Universität Innsbruck, verheiratet mit Maria Anna Clara Susanna von Bohemstein und Fabiani de Bechetti, [4]
        • Franz Josef Alois Egloff (* 1737; † 11. März 1794), Ratsherr, verheiratet in erster Ehe mit Maria Magdalena Hagenwiler (4. September 1762) und in zweiter Ehe mit Maria Elisabeth Dominika Xaveria Schnyder von Wartensee (19. Oktober 1777)
          • Carl Martin Egloff (* 1778; † 1859), Besitzer und Wirt des Bade- und Kurgasthofes Staadhof in Baden
            • Maria Anna Hilaria Elisabeth Egloff, (* 1802; † 1869), verheiratet mit Ignaz Eduard Dorer (* 7. November 1807 in Baden; † 27. März 1864 in Baden), kath., 1832 eidg. Kommissär im Basler Konflikt, 1832-42 Aargauer Grossrat (1837 Präs.), 1834-37 Bezirksgerichtspräsident in Baden, 1837-42 Regierungsrat des Kt. Aargau, 1834 Mitinitiant der Badener Konferenz, 1841 Befürworter der Klosteraufhebung [5], verheiratet mit Maria Anna Hilaria Elisabeth Egloff, (* 1802; † 1869)
            • Elisabeth Hilaria Xaveria, genannt Luise, Egloff (* 14. Januar 1804 in Baden, Kanton Aargau; † 3. Januar 1835 ebenda), Dichterin [6], verheiratet mit Eduard Dorer (* 7. November 1807 in Baden; † 27. März 1864 ebenda), Aargauer Regierungsrat, Richter, Schriftsteller und Dichter. [7]
          • Beatrix Dominica Egloff (26. Januar 1780), verheiratet mit Joseph Dominik Maximin Otmar Kaspar Rogg (* 22. Januar 1777 in Frauenfeld; † 8. September 1816 ebenda), Regierungsrat Kt. Thurgau [8]
          • Dominicus Ulrich Anton Joseph Michael Egloff (* 30. September 1783)
      • Vinzenz Conrad Josef Egloff (1743–1805), Hofrat und Oberregierungsrat
    • Sr. Maria Theresia Egloff († 4. Mai 1723), OSB, Konventualin im Benediktinerinnenkloster Hermetschwil

Onkel / Tanten / Cousins und Cousinen

Werke

  • Predigten, StiAMG Gries, IT P3.6.6.* M.Cod. chart. 182. (P. Adelhelm Rast vermutet, dass Cod. chart 182 von P. Luitfried Egloff und nicht, wie bisher angenommen, von P. Luitfried Zey verfasst wurde.)

Bibliographie

Einzelnachweise

  1. Stirnimann, Diarium, S. 27.
  2. Act. Cap. III/153.
  3. Act. Cap. III/171.
  4. Act. Cap. IV/58.
  5. A. Wikart: Das Frauenkloster Maria Opferung in Zug. In: Der Geschichtsfreund. Nr. 15, 1859, S. 246.
  6. Mayer, Annales I, S. 676.
  7. Wigert, Rudolf, Homburg und die ehemaligen Herrschaften von Klingenberg, in: Thurgauische Beiträge zur vaterländischen Geschichte Band 43 (1903), 4-69, und Fortsetzung in: Beiträge zur vaterländischen Geschichte Band 44 (104), 6-102, 94–94.
  8. Rudolf Henggeler: Professbuch der fürstlichen Benediktinerabtei U. L. F. zu Einsiedeln (= Monasticon-Benedictinum Helvetiae. Band III). Zug 1933, S. 350–351.
  9. Dominicus Willi: Album Wettingense – Verzeichnis der Mitglieder des exemten und konsistorialen Cistercienser-Stiftes B. V. M. de Marisstella zu Wettingen-Mehrerau. Zweite verbesserte Auflage. Limburg an der Lahn 1904 (archive.org [abgerufen am 26. April 2021] Nr. 658)..


Vorgänger Amt Nachfolger
Peter Odermatt Dekan
1706–1717
Gerold Haimb