Beinwil: Unterschied zwischen den Versionen

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* 1880–1911 Vitus Leonz Frei, vorher und nachher Kaplan in Beinwil
 
* 1880–1911 Vitus Leonz Frei, vorher und nachher Kaplan in Beinwil
 
* 1911–1928 Gottfried Huber, vorher Pfarrhelfer in  [[Muri]]
 
* 1911–1928 Gottfried Huber, vorher Pfarrhelfer in  [[Muri]]
* 1935–1939 Arnold Käppeli <ref>[https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=arg-001:1956:68#419 Käppeli, Arnold], in: Biographisches Lexikon der Historischen Gesellschaft des Aargaus 1803-1957, in: Argovia Jahreszeitschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargaus, Band 68/69, Aarau 1958, 416.</ref>
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* 1935–1939 Arnold Käppeli <ref>[https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=arg-001:1956:68#419 Käppeli, Arnold], in: Biographisches Lexikon der Historischen Gesellschaft des Aargaus 1803-1957, in: Argovia Jahreszeitschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargaus, Band 68/69, Aarau 1958, 416.</ref>, vorher Pfarrer in Abtwil, nachher Kaplan in Beinwil
, vorher Pfarrer in Abtwil, nachher Kaplan in Beinwil
 
 
* 1939–1968 Alois Boog, vorher Kaplan von Beinwil
 
* 1939–1968 Alois Boog, vorher Kaplan von Beinwil
 
* 1969–1974 Martin Andermatt
 
* 1969–1974 Martin Andermatt

Version vom 14. Juli 2019, 15:39 Uhr

Pfarrei und Wallfahrt

Die Kirche Beinwil ist sehr eng verbunden mit ihrem seit mehr als 800 Jahren verehrten Priester Burkardus. Aus seiner Lebenszeit bezeugen ihn keine Dokumente. Die Wallfahrt geht auf das 13. Jahrhundert zurück und war vorallem im Spätmittelalter und in der früheren Neuzeit von grosser Bedeutung. Insbesondere die sich rasch streuenden Heilungsgeschichten führen zu einen regelrechten Boom der Wallfahrt. Zu diesen Zeiten besuchten viele Tausende Menschen das Grab des heiligmässigen Burkard in der Pfarrkirche Beinwil auf. So schrieb der bekannte Chronist und Stadtschreiber von Luzern, Renward Cysat, ein Freund des Klosters Muri, im Jahre 1587: "Sankt Burkard, ein heiliger Mann, liegt in der Pfarrkirche Beinwil in einem sonderbaren Chore begraben. Durch ihn wirkt Gott der Allmächtige täglich grosse Wunderzeichen an so vielen Lahmen, Kranken und Pesthaften, die sein Grab besuchen." In der Moderne ist die Bedeutung der Wallfahrt gesunken. Trotz tieferer Zahlen hat sie sich aber bis heute im Leben der Gläubigen gehalten. Noch immer pilgern Leute mit ihren Sorgen und Anliegen nach Beinwil. Das Fest des heiligen Burdkard wurde ursprünglich am 30. Juni begangen, später aber auf den ersten Montag nach Christi Himmelfahrt verlegt. Ab Ende des 16. Jahrhunderts ist eine Bruderschaft des heiligen Burkard bezeugt. 1817 erlaubte der Heilige Stuhl die Messe und das Offizium zu seinen Ehren.[1]

Das besondere Interesse der Wallfahrer galt stets auch dem Burkardsbrunnen. Er wird erstmals 1649 im Buch " Helvetia Sancta" erwähnt. Dabei wird das dem Brunnen entspringende Wasser als heilkräftig für vielerlei Krankheiten geschildert, insbesondere auch zur Heilung von Augenleiden. Zürichs Stadtarzt Jphann Jacob Wagner hielt 1680 fest: "Die Sankt Burkardsquelle in den Freien Ämtern, in der Pfarrei einwil, wird hoch geschätzt gegen Fieber und andere Krankheiten." Am Giebel der heutigen Brunnenstube, die in Form einer Wegkapelle gestaltet ist, steht die Jahreszahl 1757. In der Frontnische steht eine Figur des heiligen Burkard.

Lange Zeit sind die Zisterzienserabtei von Kappel [1] [2] und Zürich im Besitze der Kollatur von Beinwil. Das Kloster Muri konnte sie erst 1614 erwerben. Die Pfarrei Beinwil bei Muri versahen die Kapitularen von Muri aber nur ausnahmsweise selber. Vielmehr wurden Weltgeistliche verpflichtet. Das Kollaturrecht ging 1841 durch die Auflösung und Verstaatlichung des Klosters Muri an den Kanton Aargau über. Die Pfarrei St. Burkard ist heute Teil des Pastoralraumes Muri AG und Umgebung.

Seelsorger

Pfarrer, Leutpriester

  • –1192 Heiliger Burkard, verstorben am 18. Mai
  • um 1350 Jakob, Leutpriester
  • –1430 Heinrich Imhof
  • 1430– ? P. Heinrich Natter (auch als Heinrich im Hoff bezeichnet), Konventuale im Zisterzienserkloster Kappel
  • 1461–1501 Peter Bidermann
  • um 1586 Johann Lüthard
  • 1616–1622: P. Roman Streber, Pfarrverweser
  • 1653–1662 Fridolin Rey
  • 1662–1685 Matthias Honegger
  • 1685–1691 Johann Jodok Suter
  • 1691–1709 Johann Georg Jakob Stierlin, Pronotar, vorher Pfarrer in Hermetschwil und Menznau, Ehrenkaplan in Villmergen sowie Leutpriester in Sursee
  • 1709–1710: P. Benedikt Studer
  • 1710–1719 Michael Kuonz
  • 1719–1731 Wolfgang Anton Müller, vorher Hermetschwil, Bruder von P. Dominik Müller und Neffe von Fürstabt Plazidus Zurlauben
  • 1777–1813 Franz Anton Gangyner, bischöflicher Kommissar, apostolischer Pronotar
  • 1813–1840 Rudolf Anton Gangyner, vorher Vikar in Lunkhofen [2]
  • 1840–1880 Johann Xaver Huber
  • 1880–1911 Vitus Leonz Frei, vorher und nachher Kaplan in Beinwil
  • 1911–1928 Gottfried Huber, vorher Pfarrhelfer in Muri
  • 1935–1939 Arnold Käppeli [3], vorher Pfarrer in Abtwil, nachher Kaplan in Beinwil
  • 1939–1968 Alois Boog, vorher Kaplan von Beinwil
  • 1969–1974 Martin Andermatt

Kapläne

  • 1807-1813 P. Joachim Stockmann, OCap, (1763-1833), nachher Kaplan in Mellingen und Pfarrer in Wohlenschwil [4]
  • ab 1820 Bernardin Auf der Maur (1786-1871) [5]
  • 1860–1866 Vitus Villiger
  • 1867–1880 Vit Leonz Frei
  • 1881–1884, Haberthür, Kaplan
  • 1885–1886 Albert Karli
  • 1886–1892 Josef Caspar Landtwing
  • 1892–1896 Kaufmann, Kaplan
  • 1897–1901 Josef Brand
  • 1901–1911 Benedikt Hegner
  • 1912–1918 Vitus frei
  • 1918–1919 Jakob Burkart
  • 1920–1922 Josef Zimmermann
  • 1922–1924 Häfeli, Kaplan
  • 1925–1935 Arnold Käppeli
  • 1935–1938 Otto Jäggi
  • 1939 Alois Boog
  • 1939–1961 Karl Schürmann
  • 1961–1966 Josef Betschart
  • 1967–1969 Martin Andermatt

Pfarreichronik

  • 1228 Schenkung eines Ackers durch Ritter Hartmann Viseler für ein ewiges Licht am Grab des als Heiligen verehrten Burkardus
  • 1239 Erwerb der Kollatur und aller Rechte durch das Zisterzienserkloster Kappel von Ritter Hartmann Visilere. Dagegen opponierte Rudolf der Schweigsame von Habsburg, der auf seine beantspruchte Rechte auf Beinwil erst verzichtete, als das Kirchenpatronat ans Bistum Konstanz übertragen wurde.[6]
  • 1269 Rückkauf der Kollatur von Beinwil mittels Abtausch mit dem Patronatsrecht in Rorbas durch das Zisterzienserkloster Kappel[7]
  • 1506 Klage der Kirchgenossen vor der Tagsatzung wegen der baulichen Zustand der Kirche
  • 1517 Die Kirchgenossen deponieren ihr Anliegen nochmals bei der Tagsatzung.
  • 1526 Aufhebung des Klosters Kappel unter Abt Wolfgang
  • 1586 Errichtung einer Bruderschaft zur Ehre der hl. Apostel Petrus und Paulus und des seligen Priesters Burkardus, die als Bruderschaft des heiligen Burkard fortbestand
  • 1614 Kauf der Kollatur und der niedrigen Gerichtsbarkeit durch das Kloster Muri unter Abt Johann Jodok Singisen von der Familie Holdenmeier aus Luzern für 18000 Gulden
  • 1617 Neues Bild des heiligen Burkard durch den klösterlichen Kupferstecher P. Johann Caspar Winterlin
  • 1619 Abbruch und Neubau der Kirche sowie Sanierung der St. Burkard Kapelle. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden die Gebeine des heiligen Burkard das erste Mal gehoben. Das Kloster Muri steuerte 2385 Gulden an die Baukosten bei. Chor und Kapelle stehen heute noch.
  • 1621 Weihe der Kirche und der vier Altäre am 21. April durch den Weihbischof von Konstanz, Dr. Johannes Anton Tritt.
  • 1735 Bestätigung der Bruderschaft zur Ehre der hl. Apostel Petrus und Paulus und des seligen Priesters Burkardus durch Papst Clemens XII.
  • 1742 Renovation des Chores, angeordnet von Fürstabt Gerold Haimb
  • 1752 Weihe des Altares zu Ehren des heiligen Burkard durch Fürstabt Fridolin Kopp / Zweite Hebung der Gebeine des heiligen Brukard
  • 1770 Notmässige Vergrösserung durch Baumeister Lienerth
  • 1780 Erwerb einer Orgel
  • 1784 Dritte Hebung und Umbettung der Gebeine des seligen Burkardus in einen Marmorsarg in Anwesenheit des bevollmächtigten und beauftragten Fürstabtes Gerold Meyer
  • 1796 Kirchgemeinde will die Kirche vergrössern. Das Kloster Muri lehnt aber eine Beteiligung an den Kosten ab.
  • 1797 Kompromiss aufgrund der Vermittlung durch die Stände Zürich, Luzern, Zug und Schwyz: Das Kloster Muri ist neu zuständig für die Erhaltung des Chores, der St. Burkardkapelle und des Glockenturmes. Das Langhaus und das Dach liegen in der Verantwortung der Kirchgemeinde ohne Beiträge des Klosters. Klosterseitig unterzeichneten die Vereinbarung am 22. Februar die Patres Gregor Koch, Johannes Evangelist Borsinger, Adalbert Renner, Leodegar Schmid und Otmar Bossart. Die Kirchgemeinde beschliesst am 13. März den Bau einer neuen Kirche.
  • 1797 Abbruch der alten Langhauses der Kirche am 20. Mai beendet.
  • 1798 Barockisierung der Kirche
  • 1799–1798 Wegen der Kriegswirren und der Kiregsabgaben wurden die alten Seitenaltäre wieder eingebaut.
  • 1802 Renovation des Chores durch das Kloster Muri
  • 1808 Erneute Weihe der Kirche an die beiden Apostelfürsten und den seligen Burkardus
  • 1817 Bewilligung der Kongregation der hl. Riten und Gebräuche, zur Ehre des heiligen Burkardus die Messe zu lesen. Die dafür notwendigen Akten waren in mühevoller Arbeit durch die Patres Leodegar Schmid und Meinrad Bloch zusammengetragen und geprüft worden.
  • 1817 Am 19. Mai wurde das Burkardusfest mit einem grossen Gottesdienst begangen. Festprediger war Abt Ambros Bloch, der ein eifriger Förderer der Verehrung des heiligen Burkardus war.
  • 1841 Durch die zwangsweise Aufhebung des Klosters ging das Kollaturrecht auf den Kanton Aargau über.
  • 1882–1885 umfassende Innenrenovation der Pfarrkirche
  • 1913 Arbeiten im Innenraum der Kirche, Installation von neuen Bänken
  • 1934 Aussenrenovation der Kirche
  • 1969 Verlegung des Friedhofes
  • 1976–1977 umfassende Aussenrestauration in Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz von Bund und Kanton
  • 1999–2001 Innenrenovation unter Beibehaltung der Ausstattung von 1913
  • 2007 Aussenrenovation

Klosternachwuchs Muri-Gries

Sonstige klösterliche Berufungen

Bibliographie

  • Auf der Maur, Franz, Die Auf der Maur von Schwyz, Ingenbohl und Unteriberg. Alte Landleute zu Schwyz, Schwyz 2004, 35.
  • Clavadetscher, Otto Paul, Beiträge zur Geschichte der Zisterzienserabtei Kappel a/ Albis, Zürich 1946.
  • Henggeler, Rudolf, Helvetia Sancta. Heilige Stätten des Schweizerlandes, Einsiedeln 1968.
  • Henggeler, Rudolf, Professbuch der fürstlichen Benediktinerabtei Unserer Lieben Frau von Einsiedeln, Monasticon-Benedictinum Helvetiae III. Band, Zug 1933.
  • Herzog, Franz Alfred, Der Heilige Pfarrer Burkard, Verpflichtendes Erbe Band 27/29, Luzern 1953.
  • Huber, J. K., Züge aus dem Leben, der Verehrung und Verherrlichung des seligen Priesters Burkardus, gewesener Pfarrer in Beinwil, Muri 1873.
  • Käppeli, Arnold, Sankt Burkardbvon Beinwil. Sein Leben und seine Verehrung, Immensee 1932.
  • Kreyenbühl-Moser, Heinrich, Das Wirken von Klöstern und Orden, in: Beinwil/Freiamt - Zeitbilder einer Landgemeinde, Beinwil 1988, 39-49.
  • Kreyenbühl-Moser, Heinrich, Von Grafen, Rittern und Landvogteien, in: Beinwil/Freiamt - Zeitbilder einer Landgemeinde, Beinwil 1988, 22-38.
  • Kreyenbühl-Strebel, Jakob, Das kirchliche Wesen unserer Gemeinde, in: Beinwil/Freiamt - Zeitbilder einer Landgemeinde, Beinwil 1988, 112-124.
  • Zumbach, Ernst, Verzeichnis der Schwestern des Kapuzinerinnenklosters St. Klara zu Maria Opferung in Zug, Separatdruck aus Heimat-Klänge, Zug 1975.

Einzelnachweise

  1. Henggeler, Rudolf, Helvetia Sancta. Heilige Stätten des Schweizerlandes, Einsiedeln 1968, 9-10.
  2. Gangyner, Rudolf Anton, in: Biographisches Lexikon der Historischen Gesellschaft des Aargaus 1803-1957, in: Argovia Jahreszeitschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargaus, Band 68/69, Aarau 1958, 256.
  3. Käppeli, Arnold, in: Biographisches Lexikon der Historischen Gesellschaft des Aargaus 1803-1957, in: Argovia Jahreszeitschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargaus, Band 68/69, Aarau 1958, 416.
  4. Omlin, Ephrem, Die Geistlichen Obwaldens vom 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Sarnen 1984, 527.
  5. Auf der Maur, Franz, Die Auf der Maur von Schwyz, Ingenbohl und Unteriberg. Alte Landleute zu Schwyz, Schwyz 2004, 114; 399.
  6. Clavadetscher, Otto Paul, Beiträge zur Geschichte der Zisterzienserabtei Kappel a/ Albis, Zürich 1946, 145.
  7. Clavadetscher, Otto Paul, Beiträge zur Geschichte der Zisterzienserabtei Kappel a/ Albis, Zürich 1946, 145.
  8. Henggeler, Rudolf, Professbuch der fürstlichen Benediktinerabtei Unserer Lieben Frau von Einsiedeln, Monasticon-Benedictinum Helvetiae III. Band, Zug 1933, 444-445.
  9. Zumbach, Ernst, Verzeichnis der Schwestern des Kapuzinerinnenklosters St. Klara zu Maria Opferung in Zug, Separatdruck aus Heimat-Klänge, Zug 1975, 30.


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