Zisterzienserinnenkloster Magdenau

Aus Muri
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Kloster Magdenau

Chronik

  • 1228 Gründung einer Beginenniederlassung in St. Gallen durch Berchtold Kuchimacher und Ulrich Blarer
  • 1244 Umzug des grösseren Teils der Beginen nach Magdenau, Stiftung durch Rudolf Giel
  • 1244 Erlaubnis des Bischofs von Konstanz, nach der Regel der heiligen Benedikts zu leben
  • 1247 Aufnahme durch das Generalkapitel in den Zistezienserorden
  • 1261 Das Zisterzienserkloster Wettingen wird urkundlich als vorgesetztes Vaterkloster bezeichnet.
  • 1350 Adelheid Blarer wird als erste Bürgerstochter Äbtissin von Magdenau.
  • 1529 Der Konvent von Magdenau beschliesst während der Reformation seine Selbstauflösung.
  • 1532 Wiedererrichtung der Klosters durch den Abt Diethelm Blarer [1] von St. Gallen
  • 1559 Schenkung der Glasscheibe "Beschneidung Christi" für den Kreuzgang im Zisterzienserinnenkloster Tänikon durch Äbtissin Dorothea Geilinger
  • 1662 Translation der heiligen Theodora, Katakombenheilige
  • um 1800 personeller Abbau während der französischen Besetzung
  • 1813 Übernahme der Aufsicht durch den Administrationsrat von St. Gallen
  • 1841 Das Vaterkloster, das Zisterzienserkloster Wettingen wird aufgehoben.
  • 1854 Der Abt der in Mehrerau wieder erstandenen Vaterabtei Wettingen-Mehrerau wird Ordinarius von Magdenau.

Verbindung zum Kloster Muri

Zwischen dem Kloster Muri und dem Kloster Magdenau sind auf Leitungsebene mehrfach Verbindungen nachgewiesen. Diese Beziehungen dürften auf geistlicher und materieller Ebene ebenfalls Auswirkungen gezeitigt haben:

  • Äbtissin Verena Russinger, die von 1430–1436 das Kloster Magdenau leitete, war verwandt mit dem gleichzeitig amtierenden Murianer Abt Georg Russinger. Sie stammten beide aus der gleichen Familie von Rapperswil. Möglicherweise waren sie sogar Geschwister. Im Nekrologium von Magdenau sind noch weitere sechs Personen aus der Familie Russinger vermerkt.[2] Darunter befindet sich seine Sr. Anna Russinger, OCist, Chorfrau im Zisterzienserinnenkloster Selnau, Zürich.
  • 1548 beschloss die eidgenössische Tagsatzung auf Antrag des Abtes Markus Schenkli vom Benediktinerkloster Fischingen, dass das nach der Reformation im Zisterzienserinnenkloster Tänikon zum Stillstand gekommene Klosterleben durch den Zuzug frischer Kräfte neu lanciert werden sollte. Der damalige Kustos und spätere Abt von Muri, Johann Christoph von Grüth verwendete sich mit vollem Erfolg bei den Tagsatzungsmitgliedern für seine leibliche Schwester Sophia von Grüt, die als Konventualin im Kloster Magdenau lebte.[3] Sie leitete das Kloster Magdenau von 1548–1579. Schon ein Jahr später wurde P. Johann Christoph von Grüth zum Abt von Muri (1649–1664) gewählt und war als Ordinarius wohl nicht unwesentlich an der Wahl seiner weiteren Schwester, Meliora von Grüt, Konventualin im Benediktinerinnenkloster Hermetschwil zur dortigen Meisterin (1553–1599) beteiligt. In der Folge leiteten die drei fähigen Geschwister ihre Klöster mit leichten Zeitverschiebungen praktisch gleichzeitig und unterstützten sich gegenseitig in ihren Aufgaben.
  • Eine weitere verwandtschaftliche Beziehung zwischen Muri und Magdenau ergab sich, als Maria Cäcilia Tschudi am 30. Juli 1634 in Magdenau ihre Profess ablegte. Sie war eine Nichte das Abtes Dominikus Tschudi von Muri. Schon zu dessen Lebzeiten übte sie als langjährige Priorin massgeblichen Einfluss auf die Klosterleitung aus und wurde am 1. Juni 1661 zur Äbtissin gewählt.[4]
  • 1808 trat die Äbtissin Maria Ida Waltisbühl (1761-1837) ihr Amt an. Sie stammte aus eine Familie aus Muri, wuchs aber bei zug. auf. Eine ihrer leiblichen Schwestern, Sr. Maria Johanna Baptista Waltisbühl, trat ins Zisterzienserinnenkloster Tänikon ein.[5]
  • 1845 wurde unter der Äbtissin Cäcilia Roberta Döbeli eine neue Orgel des Walliser Orgelbauers Silvester Walpen in Betrieb genommen. Das Einspielen am 20. Oktober 1845 überwachten die beiden Brüder P. Gerold Zwyssig von Muri und P. Alberich Zwyssig von Wettingen.[6]
  • 1850 wurde Sr. Maria Theodora Christina Abt (1809-1874) zur Äbtissin geweiht. Sie stammte aus der Klosterpfarrei Bünzen. Ihr Vater arbeitete als Diener im Kloster Muri. Sie selber war vor ihrem Klostereintritt auf dem Klosterpfarrhof zu Wohlen angestellt. 1828 trat sie ins Kloster Magdenau ein.[7]

Äbtissinnen

  • 1250–1269 Sr. Adelheid
  • 1277–1283 Sr. Engelberga
  • um 1290 Sr. Elisabeth
  • um 1307 Sr. Euphemia, Ofminij
  • 1316–1321 Sr. Margareta von Ramswag
  • um 1326 Sr. Anna von Richenstein
  • um 1327 Sr. Margareta
  • 1330–1332 Sr. Amalia von Horben
  • um 1338 Sr. Anna
  • um 1342 Sr. Margareta
  • 1343–1345 Sr. Anna von Luterberg
  • 1346–1350 Sr. Anna von Richenstein
  • 1350–1351 Sr. Adelheid Blarer
  • um 1353 Sr. Katharina von Eppenberg
  • um 1357 Sr. Katharina Blarer
  • 1362–1365 Sr. Katharina von Eppenberg (2.)
  • 1367–1369 Sr. Christina von Husen
  • 1371–1374 Sr. Adelheid Birnauer
  • um 1383 Sr. Elisabeth Eggrich
  • 1385–1387 Sr. Ursula
  • 1389–1394 Sr. Elisabeth Giel von Glattburg
  • 1393–1398 Sr. Ursula
  • um 1403 Sr. Adelheid
  • 1412–1414 Sr. Margareta von Krinnberg
  • 1414–1421 Sr. Verena
  • um 1422 Sr. Anna Eberhart
  • 1430–1436 Sr. Verena Russinger, verwandt mit Abt Georg Russinger
  • 1444–1446 Sr. Anna Zwick
  • 1446–1450 Sr. Klara von Rorschach
  • 1453–1456 Sr. Verena Zwick
  • um 1457 Sr. Klara von Rorschach (2.)
  • um 1462 Sr. Margareta Keller
  • 1464–1468 Sr. Elisabeth Schenk von Landegg
  • 1468–1480 Sr. Verena Schenk von Landegg
  • 1480–1481 Sr. Ursula Blarer
  • 1482–1506 Sr. Anna Schenk von Landegg
  • 1507–1532 Sr. Amailia Giel von Glattburg
  • 1532–1536 Sr. Afra Schenk von Landegg-Castel
  • 1536–1550 Sr. Elisabeth Geilinger
  • 1550–1571 Sr. Dorothea Geilinger
  • 1571–1589 Sr. Anna Zürcher
  • 1589–1628 Sr. Margareta Fry
  • 1628–1633 Sr. Maria Salome Fuchs
  • 1633–1638 Sr. Anna Suter
  • 1638–1661 Sr. Verena Müller
  • 1661–1685 Sr. Maria Cäcilia Tschudi, Onkel: Abt Dominikus Tschudi von Muri
  • 1685–1719 Sr. Maria Cäcilia Dietrich, Schwester: Äbtissin Maria Elisabeth Dietrich (1687–1707) im Zisterzienserinnenkloster Tänikon, Bruder: P. Joseph Dietrich von Einsiedeln
  • 1719–1746 Sr. Maria Cäcilia Hug
  • 1746–1777 Sr. Maria Josepha Barbara Ochsner
  • 1777–1808 Sr. Verena Müller, Bruder: Abt Peter Müller, OCist, Zisterzienserkloster Wettingen
  • 1808–1837 Sr. Ida Waltenspüel
  • 1837–1845 Sr. Cäcilia Roberta Döbeli
  • 1845–1850 Sr. Antonia Humbelina Oeler
  • 1850–1874 Sr. Theodora Christina Abt
  • 1874–1896 Sr. Franziska Aloisia Ochsner
  • 1896–1923 Sr. Agatha Zöllig
  • 1923–1955 Sr. Anna Markwalder
  • 1955–1987 Sr. Benedikta Oesch
  • 1987– Sr. Raphaela Pfluger

Bibliographie

  • Anderes, Bernhard / Mathis, Hans Peter, Das Zisterzienserinnenkloster Magdenau, Schweizerische Kunstführer, Band 731, Serie 74, Bern 2003 (ISBN 3-85782-731-9).
  • Gruber, Eugen, Geschichte des Klosters Magdenau, Ingenbohl 1944.
  • Henggeler, Rudolf, Professbuch der fürstlichen Benediktinerabtei der heiligen Gallus und Otmar zu St. Gallen, Monasticum-Benedictinum Helvetiae, Zug 1929.

Einzelnachweise

  1. Henggeler, Rudolf, Professbuch der fürstlichen Benediktinerabtei der heiligen Gallus und Otmar zu St. Gallen, Monasticum-Benedictinum Helvetiae, Zug 1929, 139-141.
  2. Gruber, Eugen, Geschichte des Klosters Magdenau, Ingenbohl 1944, 74.
  3. Gruber, Eugen, Geschichte des Klosters Magdenau, Ingenbohl 1944, 204.
  4. Gruber, Eugen, Geschichte des Klosters Magdenau, Ingenbohl 1944, 216-219.
  5. Gruber, Eugen, Geschichte des Klosters Magdenau, Ingenbohl 1944, 406.
  6. Gruber, Eugen, Geschichte des Klosters Magdenau, Ingenbohl 1944, 389-390.
  7. Gruber, Eugen, Geschichte des Klosters Magdenau, Ingenbohl 1944, 411.


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