Georg Flecklin

Aus Muri
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Wappen von P. Georg Flecklin in der "Miscella historica Monasterii Murensis" von P. Augustin Stöcklin.

Georg Flecklin (* unbekannt von Schwyz; † 1. Juni 1530)

Lebensdaten

Profess: unbekannt

Priesterweihe: unbekannt

Ämter

Pfarrer von Boswil: 1501–1526

Prior: 1507–1530 (oder 1534)

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Flecklin war eine der führenden Familien des Ortes Schwyz.[1]

Lebensbeschreibung

Primäre Quellen

In einem Konventsverzeichnis von 1491 erscheint P. Georg als der jüngste der Konventualen.

Am 18. Januar 1497 tritt er mit Johannes Feierabend zusammen Ansprüchen der Pfarrei Nottwil entgegen.[2]

1501 wurde er Pfarrer in Boswil.[3]

Am 22. Juni 1507 tritt er erstmals als Prior auf.

Am 3. März 1508 vertritt er das Kloster in Luzern.

Im Jahr 1512 legte er in Boswil ein neues Jahrzeitbuch an.[4]

Am 3. Dezember 1516 ist er an der Regelung der Bedingungen für den Bau der Kapelle in Waltenschwil dabei.

Am 11. November 1526 urkundet er im Auftrag seines Abtes wegen Verleihung des Eberzehnten an Ruedi Steinmann zu Waltenschwil.

Er starb 1530.[5]

Sekundäre Quellen

Am 16. Oktober 1508 ist er unter den fünf Konventualen, die Laurentius von Heidegg zum Abt wählen.[6]

Am 14. Dezember 1514 ist er bei einem Schiedsspruch in Bremgarten beteiligt.[7]

Am 25. November 1515 begleitet er den Abt Laurentius von Heidegg zur Weihe der neuen Pfarrkirche von Lunkhofen.[8]

Narrative Lebensbeschreibung (P. Adelhelm Rast)

Die Tage seiner hl. Profess und Priesterweihe sind uns nicht bekannt. Auf einer Liste der Mitbrüder aus dem Jahre 1491 erscheint er als Junior des Konventes. In den Jahren 1496 und 97 vertrat er zusammen mit dem Pfarrer von Sursee und späteren Abt, P. Johannes Feierabend (Fyrabend), das Kloster vor dem Stadtrat in Luzern in der Angelegenheit der Abtrennung der Pfarrei Neuenkirch von der Klosterpfarrei Sursee sowie in der Regelung der Stellung von Nottwil zu Sursee.

Im Jahre 1508 wurde er zum Prior des Klosters ernannt. Ein paar Jahre später, um 1512, übernahm er dazu noch die Leitung der Pfarrei Boswil. Das Kloster hatte diese Pfarrei im Jahre 1483 erworben und am 17. Mai 1485 wurde sie kirchenrechtlich an das Kloster übertragen. Da zu diesem Zeitpunkte der tüchtige Pfarrer und Dekan des Landkapitels Mellingen Konrad Suter die Seelsorge in Boswil zu vollsten Zufriedenheit ausübte, liess ihn das Kloster auf seinem Posten bis zu seinem um 1512 erfolgten Ableben.

Als Prior vertrat P. Georg das Kloster öfters in Rechtsangelegenheiten und bei Abschluß von Kaufverträgen. Am Katharinentag 1515 begleitete er seinen Abt Laurentius von Heidegg zur Weihe der neuen Kirche und des Friedhofs zu Lunkhofen durch den Weihbischof von Konstanz. Anno 1516 meldete er im Auftrag des Abtes den Waltenschwilern, daß ihre Bitte um die Baubewilligung einer eigenen Kapelle gewährt worden sei.

Als Todesjahr wird von einigen Chronisten 1530, von anderen 1534 angegeben. Der Chronist und Klosterhistoriker P. Anselm Weissenbach charakterisiert P. Georg als vir doctrina et regulari disciplina laudabilis.

P. Georg Flecklin vererbte Johann Schornegg, Pfarrer in Muri und Mellingen, die Handschrift 'Parapleastes', eine Erklärung der vier Evangelien aus dem 13. Jahrhundert.[9] Diese gelangte später wieder in den Besitz des Klosters Muri und befindet sich seit der Klosteraufhebung im Besitz der Kantonsbibliothek Aarau.[10]


Bibliographie

  •   Kiem, Martin: Geschichte der Benedictiner Abtei Muri-Gries. Erster Band, C. von Matt, Stans 1888, S. 385.
  • Kunz, Konrad, Die Stadtpfarrer von Mellingen bis zum Jahre 1659, 1. Teil, Sonderabdruck aus 'Der Reussbote', Mellingen 1920.
  •   Rast, Adelhelm: P. Gregor Flecklin OSB, Boswils erster Pfarrherr aus dem Kloster Muri. In: Boswiler Dorfchronik. 1964, Boswil 1964, S. 31-35.
  •   Rast, Adelhelm,: Die Pfarrherren von Boswil. In: Boswiler Dorfchronik. 1971, Boswil 1971, S. ???.
  • Stöckli, Rainer, Geschichte der Stadt Mellingen von 1500 bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts, Historische Schriften der Universität Freiburg Schweiz Band 7, Fribourg 1979.
  • Professbuch: Nr. 314.

Einzelnachweise

  1. vgl. http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D22883.php (abgerufen am 11. Oktober 2012)
  2.  Martin Kiem: Geschichte der Benedictiner Abtei Muri-Gries. Erster Band, C. von Matt, Stans 1888, S. 253-254.
  3.  Manfred Krebs: Die Annatenregister des Bistums Konstanz aus dem 15. Jahrhundert. In: Freiburger Diözesanarchiv. 76, 1956, S. 214, Nr. 2276. "Frater Georius Fleckli cc. pp. e. Boßwil pro 25 fl. Act. 7. Jun. 1501."
  4. Pfarrarchiv Boswil. Nur mehr fragmentarisch erhalten. Vgl.  Adalbert Zumstein: Notizen zur Geschichte der Pfarrei Boswil 1007-1698. S. 17-21 (Stiftsarchiv Muri-Sarnen).
  5. Johannes Schorneck schreibt in den Evangelienkommentar von Hieronymus (Kantonsbibliothek Aargau, MsMurF 8): 'Liber iste successit mihi in hereditatem per venerabilem priorem Ieorgum Fläcklin in cenobio Murensi 1530.'  Charlotte Bretscher-Gisiger und Rudolf Gamper: Katalog der mittelalterlichen Handschriften der Klösters Muri und Hermetschwil. U. Graf, Dietikon 2005, ISBN 3-85951-244-7, S. 105-107.
  6.  Augustin Stöcklin: Miscella historica Monasterii Murensis. 1630 (Handschrift, Cod. chart. 313 und 313a, StiAMG Sarnen, S. 142). Zu A I D: "Laurentius de Heidegg Abbas eligitur per Georgium Fleckli priorem, Andream Ste[iner], Bernardum Gyr, Lazarum Landolt. Anno Christi 1508 die 16 octobris defuncto Joanne Abbate ultimo. Extra confirmatione."
  7.  Placid Weissenbach (Hrsg.): Die Regesten des Stadtarchivs Bremgarten. In: Argovia. 8 (1874), 1874, S. 81, doi:10.5169/seals-21229. Die Urkunde ist in einer Kopie überliefert.
  8.  Anselm Weissenbach: Annales Monasterii Murensis. Muri 1693, S. 478, Cod. chart. 309, Sarnen (Handschrift).
  9. Kunz, Konrad, Die Stadtpfarrer von Mellingen bis zum Jahre 1659, 1. Teil, Sonderabdruck aus 'Der Reussbote', Mellingen 1920, 26.
  10. Stöckli, Rainer, Geschichte der Stadt Mellingen von 1500 bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts, Historische Schriften der Universität Freiburg Schweiz Band 7, Fribourg 1979, 297.


Vorgänger Amt Nachfolger
Leonhard von Rot Prior
1507–1530/1534
Johannes Honegger,